Geschichte des Bürgermeisteramtes

Hallo Zur Geschichte des ehemaligen Bürgermeisteramtes

in Simmerath

von Willi Wilden

Altes Bürgermeisteramt 1968

Das ehemalige Bürgermeisteramt an der Kammerbruchstrasse in Simmerath wurde in den Jahren 1905 – 1907 als Geschäftshaus gebaut. Der Bauherr war Louis Herbrand aus Arnoldsweiler bei Düren (1864 -1910). Er war von Beruf Gerber und kam mit seiner Frau Klara, geb. Koch (1864 – 1957), die aus Mehren, Kreis Daun stammte, im Jahre 1885 nach Simmerath.

Hier kaufte er das Haus Nr. 77, das sich an der Stelle hinter der Sparkasse befand, auf dem heute das Wohnhaus der Familie Gerhard Leister steht. (Das Haus Nr.77 wurde abgerissen.) Hier eröffnete er eine Lederhandlung und ein Schuhgeschäft.

An der heutigen Sportplatzstrasse baute er eine Gerberei an der Ecke Sportplatzstrasse / Torfstrasse. Im „Lohhäuschen“ (,Lu-ehüs-je‘) betrieb er eine Lohmühle. Dieses Haus ist heute das Wohnhaus der Familie Karl Nießen, Lohmühlenstrasse 1.

Sein Geschäft florierte so gut, dass er das für damalige Verhältnisse großzügige und in Stil und Größe außergewöhnliche Haus an der Kammerbruchstrasse bauen konnte. Hierhin verlegte er sein Geschäft und den Wohnsitz der Familie.

Drei Jahre später starb Louis Herbrand plötzlich mit 46 Jahren. Er hinterließ seine Frau mit 7 Kindern. Dies war ein schwerer Schicksalsschlag für die Familie, und da Herbrand sich außerdem mit Staatsanleihen, die keinen Gewinn abwarfen, verspekuliert hatte, war seine Frau gezwungen, das Haus zu verkaufen. Außerdem verkaufte sie auch die Gerberei an Josef Paustenbach und die Lohmühle an eine Familie Stollenwerk, die man in Simmerath deshalb .Lu-e’hüs-jes‘ nannte.

Die Gemeinde Simmerath kaufte das Haus ,auf dem Kammerbruch ‚ im Jahre 1912 und richtete in ihm die Gemeindeverwaltung ein, dazu stand im Obergeschoss die Wohnung für den jeweiligen Bürgermeister (später Amtsdirektor) bereit.

Klara Herbrand zog mit ihren Kindern wieder in das Haus Nr. 77. Hier betrieb später der 1905 geborene Sohn Richard als Bäckermeister eine Bäckerei und ein Lebensmitielgeschäft.

Das „Burgermeisteramt“ oder die „Bürgermeisterei“ wurde 1975 abgerissen und die freie Fläche dem Krankenhaus zugeschlagen.

Bürgermeisteramt 1977 kurz vor dem Abriss

C(Quellen: Auskünfte von Rolf Herbrand . (Sohn von Richard Herbrand); „Simmerath von den Anfängen bis heute“ 2001; eigene Recherchen)